Liebe Leserinnen, liebe Leser, 

Das Wahlergebnis von Sachsen-Anhalt kommt nicht überraschend und hat Ursachen. Das sind, da sind sich die meistern Beobachter*innen einig, die immer größer werdende Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich und die Entdemokratisierung der Gesellschaft. Genossenschaften sind eine gute Antwort: In einem zentralen Lebensbereich - dem Wohnen - schaffen sie langfristige Sicherheit auch für die, die kein Geld für ein Eigenheim haben, und bieten demokratische Mitentscheidung. Wir wissen, dass diese in der Arbeiterbewegung wurzelnde Vorstellung von Solidarität und Gemeinwirtschaft oft zu sehr im Hintergrund bleibt. Das zeigt aktuelle Kampagne des BBU gegen die Umsetzung des Volksentscheids DWE noch einmal deutlich. Und wir sollten nicht vergessen: Auch Genossenschaften sind anfällig für autoritäre und ausgrenzende Bestrebungen, das zeigen die Jahre der Gleichschaltung nach 1933. Wir GENOSSENSCHAFTER*INNEN werden uns weiterhin für eine Demokratisierung der Genossenschaften und für eine solidarische Gesellschaft einsetzen.

Nicht in unserem Namen: Proteste gegen Vorstände

Die Kampagne gegen die Vergesellschaftung von großen Immobilienbeständen hat in den Genossenschaften unerwartete Folgen: Mehr denn je protestieren Mitglieder gegen die Übernahme der Parolen durch ihre Vorstände. Ein Mitglied des „Erbbauvereins Moabit“ erstattete Anzeige gegen den Vorstand »wegen des Verdachts auf Veruntreuung«

Gewerkschaften unterstützen den Volksentscheid

DGB und viele Einzelgewerkschaften unterstützen die Vergesellschaftung. Denn „was nützen erfolgreiche Tarifabschlüsse, wenn ein immer größerer Teil des Einkommens für die Miete draufgeht?“ Für eine Lösung, so DGB Vorsitzende Katja Karger, müsse man auch die Eigentumsfrage stellen. 

1933: Schnelle Anpassung, wenig Widerstand

Die Geschichte der jüdischen Familie Smedresmann, die aus der Genossenschaft „Charlotte“ vertrieben wurde, war für uns Anlass, die Gleichschaltung der Genossenschaften in einem Dossier zu beleuchten. Die Geschichte zeigt: Die NSDAP stieß auf schnelle Anpassung und wenig Widerstand, als sie 1933 begann, aus Genossen „Volksgenossen“ zu machen.

 
Wenn Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, klicken Sie hier.