Neue Ausstellung informiert über Geschichte und Ziele der Wohnungsgenossenschaften

Foto: Claudia Burger

Mit dem neuen cooperativ Werkraum des Genossenschaftsforums e.V. hat Berlin jetzt einen Ort, in dem eine Ausstellung über die Vielschichtigkeit des Modells Wohnungsgenossenschaft informiert. “Besucher*innen bekommen einen einzigartigen Einblick in die Geschichte und Gegenwart des Modells Wohnungsgenossenschaft”, heißt es in der Pressemitteilung zur Eröffnung. “Interaktive Ausstellungselemente veranschaulichen Menschen aller Generationen Begriffe wie Nachhaltigkeit, Solidarität und Gemeinschaft. Sofort wird klar, Genossenschaften stehen für sehr viel mehr als „nur“ günstiges Wohnen.”

Der cooperativ Werkraum befindet sich in einem ehemaligen Ladengeschäft in der Eythstraße 32 – inmitten der denkmalgeschützten Lindenhof-Siedlung nahe Berlin Südkreuz. Neben der ständigen Ausstellung (kostenfrei und ohne Voranmeldung) finden temporäre Ausstellungen, Veranstaltungen und Workshops statt. Einmal im Monat vermittelt eine kostenfreie Führung durch den Lindenhof die baulichen Besonderheiten des genossenschaftlichen Lebens.

In maßgeschneiderten Workshops können Gruppen und Schulklassen sich “mit Spiel und Spaß” mit Themen rund um gemeinschaftliches Wohnen und solidarisches Wirtschaften befassen. Anfragen können direkt an das Genossenschaftsforum gerichtet werden: mail@cooperativ-werkraum.de. Über aktuelle Entwicklungen und Veranstaltungen informiert ein Newsletter

Der Verein Genossenschaftsforum e.V. wurde 1993/94 von Genossenschaften aus Berlin und Potsdam gegründet. Er will die Potenziale von Genossenschaften für die Stadtentwicklung und die Gesellschaft aufzeigen und zur Diskussion stellen. Als wissenschaftliche Einrichtung möchte er eine Brücke sein zwischen Theorie und Praxis der Wohnungsgenossenschaften.

(Text erstellt auf der Basis einer Mitteilung des Genossenschaftsforums vom 17.8.22)

Die Genossenschaftsidee lebt – trotz allem!

Am 26. März fand eine Veranstaltung zu Genossenschaftsfragen statt, die die Initiative “Genossenschaft von unten” in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung durchführte. Auch eine Vertreterin der GENOSSENSCHAFTER*INNEN hielt ein Grußwort, das wir im Wortlaut dokumentieren. (mehr …)

Genossenschaften gegen Krieg und Militarisierung

Gegen Kriege – hier die Fassade der Wohnungsgenossenschaft Möckernkiez an der Yorckstraße: Die blauen Banner sind eine Aktion der AG Junger Genossenschaften.

Viele Genossenschaftsmitglieder unterstützen geflüchtete Menschen aus der Ukraine und setzen klare Zeichen gegen den Krieg. Die private Bereitschaft, Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine aufzunehmen, ist auch unter den Bewohner:innen von Wohnungsgenossenschaften groß. Man rückt zusammen, um ein Zimmer freizumachen für diejenigen, die dem Grauen des Krieges entkommen sind. Aber dieses ist eben nur eine erste Notfallhilfe. Geflüchtete brauchen Mietverträge, wenn sie eine Perspektive in Berlin erhalten.
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Unser Appell: Gästewohnungen an Bürgerkriegsflüchtlinge vermieten

Bürgerkriegsflüchtlinge brauchen Mietverträge, wenn sie nicht gegen ihren Willen in ein anderes Bundesland “umverteilt” werden wollen. Viele Berliner Genossenschaften verfügen über Gästewohnungen. Die Initiative DIE GENOSSENSCHAFTER*INNEN appelliert darum an die Genossenschaften, diese mit befristeten Verträgen an Geflüchtete zu vermieten. (mehr …)

Genossenschaft statt Immobilienspekulation:
Die “Lause” sucht Unterstützer*innen

Immer häufiger gründen Mieter*innen, die ihre von Verkauf bedrohten Häuser selbst übernehmen wollen, eine Genossenschaft. Aktuelles Beispiel: die Häuser Lausitzer Straße 10 & 11. In 2016 wurde bekannt, dass die Wohn- und Gewerbehöfe verkauft werden sollen. Die 150 Bewohner*innen und Nutzer*innen entschieden sich, gemeinsam mit anderen vom Verkauf bedrohten Projekten eine Genossenschaft zu gründen – und das Haus zu kaufen. Denn “die Gründung einer Genossenschaft war für uns die beste Möglichkeit, das Haus dem Markt langfristig zu entziehen und eine Rechtsform zu haben, die unseren Vorstellungen von basisdemokratischen Entscheidungs- und Aushandlungsprozessen am nächsten kommt.” Inzwischen ist die “Lause 10 & 11” ihrem Ziel ziemlich nahe gekommen. Aber noch ist der Kaufpreis nicht finanziert. Die “Lause” sucht dringend Menschen, die als investierende Genoss*innen Anteile erwerben.

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“Die Genossenschafter*innen” auf der Straße

“Shutdown Mietenwahnsinn – sicheres Zuhause für alle”- dafür gingen am 20. Juni rund 1500 Menschen auf die Straße. In strömendem Regen ging es vom Potsdamer Platz zum Jugendzentrum Drugstore, das der Gentrifizierung zum Opfer gefallen ist. Es war auch eine Premiere für DIE GENOSSENSCHAFTER*INNEN – denn erstmals trat die Initiative mit einem eigenen Banner auf. (mehr …)

Genossenschafter*innen vor Ort

Die Aktionen gegen die Politik des BBU und der Genossenschaftsvorstände haben 2019 zu vielen neuen Kontakten zwischen Genossenschafter*innen geführt. Schnell entstand der Wunsch, neben der “großen” Vernetzung durch den Initiativkreis auch eine Möglichkeit zum konkreten Austausch über Probleme, Konflikte und Erfolge in der Auseinandersetzung um die Demokratisierung verkrusteter Strukturen in den Genossenschaften zu organisieren. So kam es zu der Idee, sich jeweils bei einer anderen Genossenschaft zu treffen und die jeweilige Situation vor Ort kennen zu lernen. Im Laufe der Zeit „wandern“ die Teilnehmenden so durch die Berliner Genossenschaftslandschaft.

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Über uns

Die Genossenschafter*innen“ sind ein Zusammenschluss von Mitgliedern Berliner Wohnungsgenossenschaften, der sich im Zuge der mietenpolitischen Auseinandersetzungen im Februar 2020 gegründet hat (Link). Die Initiative will Hindernisse für ein aktives wohnungspolitisches Engagement von Genossenschaften abbauen, die innergenossenschaftliche Demokratie stärken sowie zu einer Verbreitung des Genossenschaftsgedankens beitragen. Sie war Veranstalterin des „Alternativen Genossenschaftstages“ im Herbst 2020 (Link).

Impulse für die Genossenschaftsbewegung kommen nicht nur aus den neu gegründeten Genossenschaften, die sich auf die ursprüngliche Idee von Solidarität und Selbstverwaltung beziehen. Durch den Generationswechsel in der Mitgliedschaft sind auch in vielen Alt-Genossenschaften kritische Initiativen entstanden, die sich auf Mitglieder- und Vertreterversammlungen zu Wort melden und sich mit aktiven langjährigen Bewohner*innen zusammenschließen.

Zwischen all diesen Gruppen gab es bisher nur wenig übergreifenden Erfahrungsaustausch, der dabei helfen könnte, von guten Beispielen zu lernen und auch die Rolle von Genossenschaften in der wohnungspolitischen Debatte neu zu definieren.

Die Internetpräsentation soll diese Vernetzung und die Debatte um eine demokratische (Wieder-)Ausrichtung der Genossenschaften in Berlin unterstützen. Im öffentlich zugänglichen Bereich bieten wir Hinweise auf aktuelle Entwicklungen und Aktivitäten der Genossenschafts- und Mietenbewegung. Nachrichten über und aus den Genossenschaften haben dort ebenso ihren Platz wie Diskussionsbeiträge zum Thema Genossenschaften. Der passwortgeschützte Mitgliederbereich dient derzeit dazu, Vereinbarungen zu treffen und interne Unterlagen abzulegen.

Die Seite ist „work in progress“: sie versteht sich als wachsendes Medium und ist angewiesen auf Anregungen, Hinweise und Beiträge.

Wenn Sie Interesse an der Mitarbeit haben, senden Sie bitte eine email an info@genossenschafter-innen.de