Genossenschaft statt Immobilienspekulation:
Die “Lause” sucht Unterstützer*innen

Immer häufiger gründen Mieter*innen, die ihre von Verkauf bedrohten Häuser selbst übernehmen wollen, eine Genossenschaft. Aktuelles Beispiel: die Häuser Lausitzer Straße 10 & 11. In 2016 wurde bekannt, dass die Wohn- und Gewerbehöfe verkauft werden sollen. Die 150 Bewohner*innen und Nutzer*innen entschieden sich, gemeinsam mit anderen vom Verkauf bedrohten Projekten eine Genossenschaft zu gründen – und das Haus zu kaufen. Denn “die Gründung einer Genossenschaft war für uns die beste Möglichkeit, das Haus dem Markt langfristig zu entziehen und eine Rechtsform zu haben, die unseren Vorstellungen von basisdemokratischen Entscheidungs- und Aushandlungsprozessen am nächsten kommt.” Inzwischen ist die “Lause 10 & 11” ihrem Ziel ziemlich nahe gekommen. Aber noch ist der Kaufpreis nicht finanziert. Die “Lause” sucht dringend Menschen, die als investierende Genoss*innen Anteile erwerben.

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“Die Genossenschafter*innen” auf der Straße

“Shutdown Mietenwahnsinn – sicheres Zuhause für alle”- dafür gingen am 20. Juni rund 1500 Menschen auf die Straße. In strömendem Regen ging es vom Potsdamer Platz zum Jugendzentrum Drugstore, das der Gentrifizierung zum Opfer gefallen ist. Es war auch eine Premiere für DIE GENOSSENSCHAFTER*INNEN – denn erstmals trat die Initiative mit einem eigenen Banner auf. (mehr …)

Genossenschafter*innen vor Ort

Die Aktionen gegen die Politik des BBU und der Genossenschaftsvorstände haben 2019 zu vielen neuen Kontakten zwischen Genossenschafter*innen geführt. Schnell entstand der Wunsch, neben der “großen” Vernetzung durch den Initiativkreis auch eine Möglichkeit zum konkreten Austausch über Probleme, Konflikte und Erfolge in der Auseinandersetzung um die Demokratisierung verkrusteter Strukturen in den Genossenschaften zu organisieren. So kam es zu der Idee, sich jeweils bei einer anderen Genossenschaft zu treffen und die jeweilige Situation vor Ort kennen zu lernen. Im Laufe der Zeit „wandern“ die Teilnehmenden so durch die Berliner Genossenschaftslandschaft.

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Über uns

Die Genossenschafter*innen“ sind eine Gruppe von Mitgliedern aus Berliner Wohnungsgenossenschaften, die sich im Zuge der mietenpolitischen Auseinandersetzungen im vergangenen Jahr (2019) zusammen gefunden hat. Wir wollen Brücken schlagen zwischen alten und neuen Wohnungsgenossenschaften und auch hinüber zur Mietenbewegung.

Impulse für die Genossenschaftsbewegung kommen nicht nur aus den neu gegründeten Genossenschaften, die sich auf die ursprüngliche Idee von Solidarität und Selbstverwaltung beziehen. Durch den Generationswechsel in der Mitgliedschaft sind auch in vielen Alt-Genossenschaften kritische Initiativen entstanden, die sich auf Mitglieder- und Vertreterversammlungen zu Wort melden und sich mit aktiven „Alt-Bewohner*innen“ zusammenschließen.

Zwischen all diesen Initiativen gab es bisher nur wenig übergreifenden Erfahrungsaustausch, der dabei helfen könnte, von guten Beispielen zu lernen und auch die Rolle von Genossenschaften in der wohnungspolitischen Debatte neu zu definieren.

Dies änderte sich im Zuge der Auseinandersetzung mit der mietenpolitischen Positionierung des BBU. Aus den bei Protestaktionen entstandenen lockeren Kontakten entstand die Idee, “unsere” Themen auch stärker in die Öffentlichkeit zu tragen. So formte sich Anfang 2020 aus dem Unterzeichner*innnenkreis der Offenen Briefe (LINK) eine kontinuierlicher arbeitende Gruppe von etwa zwanzig Personen aus zehn Wohnungsgenossenschaften.

Dieser “Initiativkreis” hat sich auf einen Arbeitsrahmen verständigt, der eine verbindliche Zusammenarbeit sicherstellen soll und gleichzeitig das Mitmachen für weitere Interessierte ermöglicht. Dazu gehören u.a. ein transparenter Informationsaustausch und das Bemühen um einvernehmliche Entscheidungen. Der Initiativkreis benennt eine Koordinationsgruppe, die eine unterstützende Funktion für den Arbeitsprozess wahrnimmt. Die ersten beiden Projekte des Initiativkreises sind der “Alternative Genossenschaftstag” (s. dort) sowie der Aufbau dieser Internetseiten.

Die Internetpräsentation soll die Vernetzung und die Debatte um eine demokratische Wende der Genossenschaften in Berlin unterstützen. Der passwortgeschützte Mitgliederbereich dient derzeit dazu, interne Unterlagen (Protokolle etc.) abzulegen. Im öffentlich zugänglichen Bereich bieten wir Hinweise auf wichtige Aktionen der Genossenschafts- und Mietenbewegung. Nachrichten über und aus den Genossenschaften haben dort ebenso ihren Platz wie Debattenbeiträge zum Thema Genossenschaften.

Die Internetseite ist „work in progress“: sie versteht sich als wachsendes Medium und ist angewiesen auf Anregungenen, Hinweise, Beiträge (s. Kontakt).

Wenn Sie Interesse am Mitarbeit im Initiativkreis haben, senden Sie bitte eine email an info@genossenschafter-innen.de