Neue Broschüre: Genossenschaften und ihre Bedeutung für eine gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik

Genossenschaften spielen in der Berliner Wohnungspolitik eine gewichtige Rolle. Und nicht immer eine rühmliche. Gerade in den letzten Jahren haben die Kampagnen einiger Genossenschaften sowie der Dachverbände gegen Mietendeckel und Vergesellschaftung die Frage aufgeworfen, ob Genossenschaften wirklich Teil einer gemeinwirtschaftlichen, an Solidarität und Selbstverwaltung ausgerichteten Wohnungspolitik sind. In einer von der Rosa-Luxemburg-Stiftung herausgegebenen Veröffentlichung der Initiative “Die Genossenschafter*innen“ wird diese Frage aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet.
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Die Antwort fällt differenziert aus. Der neoliberale Umbau des Wohnungsmarktes und interne Verkrustungen haben den ursprünglichen Genossenschaftsgedanken massiv beschädigt. Viele Genossenschaftsvorstände handeln heute ähnlich wie Akteure in der privaten Immobilienwirtschaft. Gleichzeitig gibt es viele Beispiele, die die Kraft und Kreativität der Selbstverwaltung zeigen, um preisgünstigen Wohnraum zu schaffen, neue Wohnformen zu ermöglichen und die Sozialstruktur im Kiez zu stärken. Die Broschüre unterstreicht die Bedeutung, die eine kritische Mitgliedschaft in diesem Prozess hat und bietet Anregungen zur Stärkung solcher Ansätze. Denn, so die These, “ohne Genossenschaften wird die Transformation des Immobilien- und Wohnsektors auf halber Strecke stecken bleiben.”

Die 94-seitige Broschüre “Selbstverwaltet und solidarisch Wohnen. Genossenschaften und ihre Bedeutung für eine gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik” liegt sowohl als pdf wie auch gedruckt vor und ist kostenlos erhältlich direkt bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

 

Ein Gedanke zu “Neue Broschüre: Genossenschaften und ihre Bedeutung für eine gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik

  1. Da fehlt doch etwas in Eurer Broschüre! Laut Angaben von Stefan Botzem im Beitrag „Wohnungsgenossenschaften in Berlin – Ein aktueller Überblick“ auf dieser Webseite besitzen die zehn größten Wohnungsgenossenschaften mehr als ein Drittel der insgesamt 180.000 genossenschaftlichen Wohnungen in Berlin. In dem Beitrag und auch in Eurer Broschüre bleibt unerwähnt wie sich der Anteil von Frauen und Männern in der Vorstandsetage verteilt. Es gibt 18 männliche Vorstände und 4 weibliche und die männliche Herrschaft dauert in einigen Genossenschaften mittlerweile über 100 Jahre an. Die Hälfte der Menschheit, nämlich die Frauen, wird nicht nur in der großen Politik ausgebremst, sondern auch in den Wohnungsgenossen herrschen patriarchale verkrustete Strukturen vor, die kaum aufzubrechen sind. Wieso wird darüber nicht gesprochen? Auch in den zahlreichen Genossenschaftsinitiativen und Bewegungen ist es für Frauen schwer, sich Gehör zu verschaffen, denn auch hier gibt es dieselben verkrusteten Strukturen. Eine Frauenquote in Satzungen von Genossenschaften zu verankern, findet kaum Interesse, weil es eben immer furchtbar Wichtigeres zu bearbeiten gibt. Deshalb sollte beim nächsten Alternativen Genossenschaftstag mal hierüber ein Workshop stattfinden, weil Geschlechtergerechtigkeit uns alle angeht. Kindererziehung, Pflegetätigkeiten und Haushaltsführung sind bisher kaum vereinbar mit Vorstandstätigkeiten, aber gerade in Genossenschaften hätten neue Arbeitszeitmodelle eine Chance, aber dafür braucht es weibliche Führungskräfte, die sich hierfür einsetzen, damit es immer mehr aktive Väter geben kann. Es ist so ein wichtiges Thema, Leute!

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