Genossenschaften und Gemeinwirtschaft

Die Diskussion um den Volksentscheid bietet eine große Chance,  wieder über Gemeinwirtschaft zu reden, schrieb Genossenschafter und DWe-Aktivist Ralf Hoffrogge in einem Beitrag für den 2022 im Parthas-Verlag erschienenen Band „Wie Vergesellschaftung gelingt – Zum Stand der Debatte“. Der Beitrag hat an Aktualität nichts verloren: Text als pdf hier. Desweiteren hat die Kampagne DWE 2020 ein materialreiches Heft zum Thema Gemeinwohl und Vergesellschaftung herausgegeben: https://content.dwenteignen.de/uploads/Vergesellschaftung_and_Gemeinwirtschaft_Download_2_Auflage_2ed2704fa2.pdf
(Das Foto ist nicht KI-generiert, sondern ein CDU Wahlplakat von 1947. Zurück zu den Wurzeln, CDU!)

„Genossenschaften als Anker transformativer Wohnungspolitik“

Der Beitrag „Wohnen jenseits von Markt und Staat – Genossenschaften als Anker transformativer Wohnungspolitik“  kritisiert die Engführung der aktuellen politischen Debatte und fordert eine Stärkung des Themas „Demokratisierung des Wohnens“. Erschienen ist der Text aus Anlass der Konferenz „Sicher Wohnen in Berlin“ – organisiert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Landtagsfraktion Die LINKE.

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Neuer Solidarfonds der Stiftung TRIAS

Die Stiftung Trias hat einen neuen Solidarfonds für Genossenschaften gegründet, aus dem Genossenschafteanteile finanziert werden können. Ziel ist, den Zugang zu Genossenschaften  zu erleichtern.

Dazu schreibt Trias in einer Pressemitteilung: „Genossenschaftliches Wohnen basiert auf einem solidarischen Prinzip: Wer einzieht, zeichnet Genossenschaftsanteile und wird damit Teil des Projekts. Diese Einlagen sichern die Finanzierung und schaffen zugleich Mitbestimmung.

Die notwendigen finanziellen Einlagen, die eingebracht werden müssen, stehen manchmal im Gegensatz zur Finanzkraft der am Einzug interessierten Menschen. Menschen mit geringem Einkommen oder ohne Rücklagen bleiben so außen vor – selbst dann, wenn sie bestens in ein Wohnprojekt passen und dieses aktiv bereichern würden. Das bedeutet auch für die Projektgruppen eine Einschränkung. Der Wunsch nach Vielfalt stößt an finanzielle Grenzen.

An dieser Stelle setzt der neu gegründete Solidarfonds für genossenschaftliches Wohnen an. Entstanden aus dem praktischen Bedarf eines Projekts, bietet dieser Stiftungsfonds ein Modell, welches übertragbar ist und Zugänge schafft. Die Stiftung trias übernimmt dabei stelltvertretend für das neue Mitglied die Genossenschaftsanteile mit Mitteln aus dem Fonds. So wird der Einzug möglich, ohne das Finanzierungsmodell der Projekte zu gefährden. Gleichzeitig bleibt das Geld im Kreislauf: Die Anteile werden langfristig vom Fonds gehalten und können schrittweise von den Bewohner*innen übernommen werden. Beim Auszug fließen die Mittel zurück in den Fonds und stehen erneut zur Verfügung.

Das Ergebnis ist ein dauerhaft wirkendes solidarisches System. Es schafft Zugänge, wo vorher keine waren und das immer wieder neu. Das Modell ist bundesweit nutzbar und steht allen genossenschaftlichen Projekten offen. “
Flyer hier

Stadtführer zu Genossenschaften

Zum Stöbern durch die vielschichtige Genossenschaftslandschaft bietet das Genossenschaftsforum nun einen digitalen Stadtführer an. Themengebundene Routen  eröffnen neue Perspektive auf Siedlungen in Berlin und Potsdam. Von den Anfängen der Genossenschaftsbewegung, die Taut-Siedlungen und die Geschichte der Arbeiterwohnungsgenossenschaften der DDR bis hin zu neuen Modellen – ein Filter ermöglicht die interessenbezogene Auswahl von Routen.
Mehr Informationen finden Sie hier

Genoforum_digitaler Stadtführer

Der wohnungspolitische Wahlkalender 2026

Am 20.9.2026 wir in Berlin gewählt. Wohnen wird im Wahlkampf eine herausragende Rolle spielen. Wie sehen Parteien und mietenpolitische Bewegung die Bilanz der letzten Legislaturperiode, was wollen sie in den nächsten Jahren erreichen? Auf Veranstaltungen und auf der Straße wird das intensiv verhandelt werden. Wir sind dabei:

 Zeit und Ort  Thema Infos  Veranstalter
4.9. 18 Uhr
Hans-Böckler-Haus, Keithstr. 1, 10787 Berlin
DGB-Wahlarena mit den Spitzenkandidat*innen der Parteien Link DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Anmeldung erforderlich
5.9. 13 Uhr
Rotes Rathaus
Demo – Runter mit der Miete!
Her mit den Wohnungen!
Link Mietenwahnsinnsbündnis

Haben Sie eine interessante Veranstaltung anzukündigen? Dann schicken Sie die Info an info@genossenschafter-innen.de

Eine Übersicht der anstehenden wohn- und stadtpolitischen Termine finden Sie im Mietenwahnsinnskalender des Bündnisses gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn

 

Berliner Mieterverein legt Wahlprüfsteine vor

Zur Abgeordnetenhauswahl 2026 hat der Berliner Mieterverein ein umfangreiches Forderungspaket vorgelegt. Im Mittelpunkt stehen Forderungen zur dauerhaften Sicherung bezahlbarer Mieten durch wirksame Mietbegrenzungen, Milieuschutz und die Verabschiedung eines Gesetzes zur Wohnraumbewirtschaftung sowie eine konsequentere Gemeinwohlorientierung der Landeseigenen Wohnungsunternehmen. Mit einem kurzen Absatz wird auch eine bessere Förderung der Genossenschaften abgehandelt: „Berlin muss Genossenschaften durch privilegierten Grundstückszugang stärken und die ökologische Umnutzung von Gewerbeimmobilien durch ein flexibles Förderprogramm mit dauerhafter Sozialbindung vorantreiben, um dauerhaft bezahlbaren und spekulationsfreien Wohnraum zu sichern.“
Den „Wahlforderungskatalog des Berliner Mietervereins zur Abgeordnetenhauswahl 2026“ finden Sie hier

„Genossenschaften können es besser“

Einen wohnungs- und klimapolitischen Forderungskatalog hat das Bündnis „Unsere Stadt“, zu dem sich mehr als 100 Initiativen zusammengeschlossen haben, am 21. Januar vorgestellt. Das Bündnis zieht eine kritische Bilanz der Wohnungspolitik des CDU/SPD-Senats. Statt Bauen-Bauen-Bauen gelte es, Ressourcen zu schonen, die Privatisierung von Grund und Boden zu beenden und eine dauerhafte Sozialbindung bei geförderten Wohnungen zu schaffen.
Kritisiert wird auch die Orientierung auf die landeseigenen Unternehmen (LWUs). „Die LWUs sind nicht in der Lage, das Potenzial von ca. 72.000 Wohnungen in kleinteiliger Innenentwicklung zu realisieren. Agile Projekte, z.B. genossenschaftliche, die sich für bezahlbaren Wohnraum einsetzen, können das besser. Sie sind bei Vergaben und mit finanziellen Mitteln anhand klarer, gemeinwohlorientierter Kriterien zu fördern.“ LWUs sollen in gemeinnützige Rechtsformen umgewandelt werden (z.B. in gGmbHs oder eine AöR), „um so die Reinvestition von Gewinnen in sozialen und bezahlbaren Wohnraum zu sichern und Mieter*innen sowie dem Parlament mehr Einflussmöglichkeiten zu geben.“
Mehr unter https://unsere-stadt.berlin/

Neues Wohnprojekt in Hohenschönhausen

Am 3.12. wird das neue Urban-Coop-Projekt „Die Kurve“ vorgestellt, das noch Mitstreiter*innen sucht. Dazu schreibt Urban-Coop: „In Alt-Hohenschönhausen planen wir ein genossenschaftliches Wohnprojekt für ein gemeinschaftliches Zusammenleben zu günstigen Mieten – einen Steinwurf entfernt vom Obersee und dem Strandbad Orankesee und gut angebunden an das Leben in der Stadt. Mit einer Kerngruppe engagierter Menschen haben wir die Baugenossenschaft “Die Kurve eG” gegründet. In der Oberseestraße 110 plant sie Wohnungen, die für ein Leben in Gemeinschaft ausgelegt sind. Durch das Modell der Genossenschaft und die Integration vieler Gemeinschaftsräume ist Austausch und Begegnung Teil des Konzepts. Jenseits der “eigenen vier Wände” wird es im Haus verschiedene Gemeinschaftsräume geben, die allen Genoss*innen zur Nutzung offenstehen und gemeinsam verwaltet werden. Darüber hinaus ermöglicht dieses Projekt das Wohnen in mietpreisgebundenen Wohnungen zu bezahlbaren und sicheren Mieten.“ Mehr auf der Webseite https://www.urbancoopberlin.de/projekte/oberseestrasse-110/

5 Jahre Genossenschafter*innen: Bilanz und Perspektiven

Beim Genossenschaftstag 2023 haben wir unsere Ziele in verschiedenen Workshops diskutiert.

Die Genossenschafter*innen sind 2025 fünf Jahre alt geworden. Statt einer Jubiläumsfeier haben wir uns zusammengesetzt, eine ehrliche Bestandsaufnahme gemacht und die Perspektiven unserer Arbeit diskutiert. Das Ergebnis ist ein Positionspapier, in dem wir die veränderte Ausrichtung festgeschrieben haben: Bewährtes wird gestärkt, Neues angegangen. Eine besonders augenfällige Veränderung dürften aufmerksame Leser*innen im Titel unserer Webseite bemerkt haben. Mit der Unterzeile „Eine Stadt für alle“ unterstreichen wir, dass wir gemeinsam mit der Berliner wohnungspolitischen Bewegung gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung kämpfen und den Einfluss des Finanzkapitals auf den Wohnungsmarkt zurückdrängen wollen. In unseren Genossenschaften und in der Stadtpolitik werden wir weiter für unsere Ideen streiten. Denn preiswerter Wohnraum und Demokratisierung des Wohnens gehören zusammen, demokratische Genossenschaften sind darum wichtiger denn je.
Unser Positionspapier „Wo wir stehen, wohin wir wollen“ finden Sie hier: Positionspapier_2025

Petition: „Liebe Kirche, wir sind keine Ware!“

Seit Monaten kämpft die Hausgemeinschaft in der Karl-Marx-Str. 11 für ihr „Stück Neukölln“, in dem sie seit Jahrzehnten leben. In unzähligen Stunden erarbeiteten sie ein Finanzierungs- und Modernisierungskonzept, wollen eine Genossenschaft gründen und haben der Kirche ein marktübliches Kaufangebot vorgelegt, um eine soziale und nachhaltige Zukunft für ihr Haus zu schaffen. Die katholische Kirche lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken, sondern will das Haus weiterhin an einen Großinvestor verkaufen, um mit dem „maximalen Erlös“ den Dienst am Nächsten leisten zu können.
Nun geht die Hausgemeinschaft einen Schritt weiter. Mit einer Petition richten sie sich direkt an das Erzbistum Berlin und fordern ernsthafte Verhandlungen: Handeln Sie im Sinne Ihrer sozialen Verantwortung und unterstützen Sie unser gemeinwohlorientiertes Modell. Wohnen ist ein Menschenrecht, keine Ware.
Jede Unterschrift unter die Petition sendet ein klares Signal an das Erzbistum Berlin: Die Forderungen und Hintergründe finden Sie hier:  https://innn.it/soziale-verantwortung

siehe auch: https://www.genossenschafter-innen.de/2025/07/21/kirche-will-maximal-kasse-machen/