Neuer Minus-Rekord in der Genossenschaftsförderung

Das Senatsprogramm zum Erwerb von Genossenschaftsanteilen für Menschen mit Wohnberechtigungsschein hat seit dem Start 2018 die Zielgruppe verfehlt. Es gab kaum Bewilligungen. So wurden 2025 nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen 0 – in Worten – Null Euro bewilligt. Das zeigt die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen Abgeordneten Katrin Schmidberger. (mehr …)

Im Überblick: Die Presse zur BBU-Kampagne

Im Juli wurde bekannt, dass Wirtschaftsverbände und BBU bis zu den Wahlen am 20. September eine groß angelegte Kampagne gegen die Vergesellschaftung von Vonovia und anderer großer Immobilienkonzerne starten. Dagegen gibt es eine wachsende Kritik in den Genossenschaften. Wir haben die relevanten Berichte und Kommentare für den schnellen Überblick zusammengestellt. (mehr …)

Zu Wasser und zu Lande: Lauter Widerspruch gegen die geplante BBU-Kampagne

„Genossenschaften werden für Lobby-Ziele der Konzerne instrumentalisiert““

In den Gesprächen am Rande der Protestkundgebung beim Parlamentarischen Abend des BBU am 8.7. wurde viel diskutiert, wie auf die Kampagne des BBU zu reagieren sei. Warum rückt der BBU jetzt plötzlich die Genossenschaften wieder nach vorn? Wie sollten Genossenschafter*innen  damit umgehen? Darüber sprachen wir mit Thomas Korn, Jurist bei DWE und Sarah Beyer (Mitglied der FriedrichsHeim eG, sowie bei DWE aktiv).

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Grundlagen der BBU-Kampagne wurden von Vonovia bezahlt

Die von Wirtschaftsverbänden und BBU geplante Kampagne gegen die Umsetzung der Vergesellschaftung fundieren auf einer von Vonovia in Auftrag gegebenen Milieustudie des Sinus-Instituts. Das berichtete der Tagesspiegel am 17. Julli. (Link). Sinus erfragte im Februar 2026 die Haltung der Berliner*innen zur Vergesellschaftung. 56% sprachen sich für Vergesellschaftung aus. 77 % stimmten der Aussage zu, Wohnraum dürfe kein Spekulationsobjekt sein. Vonovia ließ die Studie in der Schublade verschwinden. Erst die Berichterstattung im Tagesspiegel, dem ein Exemplar zugespielt worden war, machte den Vorgang öffentlich.

Unter der Lupe: Der BBU und sein Unternehmensnetzwerk

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) ist der einflussreiche Verband der Wohnungswirtschaft, an dem in Berlin keine Politik vorbeikommt. Mit seinen Kampagnen gegen Mietendeckel und Vergesellschaftung versucht er, die öffentlichen Debatten um eine gemeinwohlorientierte Transformation des Wohnungsmarktes zu bestimmen. Aber der BBU ist mehr als Maren Kern, die als Vorstandsvorsitzende im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht. Unter dem Dach des Vereins arbeitet ein verschachteltes Konglomerat von Unternehmen, das mit einem Rundumsorglospaket die Wohnungsunternehmen an sich bindet. Wir haben es uns näher angeschaut. (mehr …)

Genossenschaften und Gemeinwirtschaft

Die Diskussion um den Volksentscheid bietet eine große Chance,  wieder über Gemeinwirtschaft zu reden, schrieb Genossenschafter und DWe-Aktivist Ralf Hoffrogge in einem Beitrag für den 2022 im Parthas-Verlag erschienenen Band „Wie Vergesellschaftung gelingt – Zum Stand der Debatte“. Der Beitrag hat an Aktualität nichts verloren: Text als pdf hier. Desweiteren hat die Kampagne DWE 2020 ein materialreiches Heft zum Thema Gemeinwohl und Vergesellschaftung herausgegeben: https://content.dwenteignen.de/uploads/Vergesellschaftung_and_Gemeinwirtschaft_Download_2_Auflage_2ed2704fa2.pdf
(Das Foto ist nicht KI-generiert, sondern ein CDU Wahlplakat von 1947. Zurück zu den Wurzeln, CDU!)

Wohnungsgenossenschaften in den Wahlprogrammen 2026: Grüne, SPD und Linke im Vergleich

Wie wollen die Parteien Genossenschaften stärken, welche Rolle sollen Genossenschaften im Wohnungsmarkt spielen? Ein Gang durch die Parteiprogramme von SPD, Grünen und Linken (das CDU-Programm lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor) zeigt: Alle drei Parteien befürworten genossenschaftlichen Wohnungsbau und Erbbaurecht als zentrales Förderinstrument — die Grünen mit einem eigenständigen und strukturell ausgearbeiteten Konzept, die SPD mit dem Schwerpunkt auf Volumen (100.000 Wohnungen), die Linke mit einem Reformansatz zur Entkoppelung der Förderung von der Rechtsform und dem überraschenden Vorschlag für einen Studiengang zur gemeinnützigen Wohnungswirtschaft. Der grundlegende Unterschied: Für die Grünen sind Genossenschaften ein ordnungspolitisches Leitmodell, für die SPD ein Baupartner, für die Linke ein ergänzendes Instrument neben staatlicher Kontrolle und Vergesellschaftung. (mehr …)

„Genossenschaften als Anker transformativer Wohnungspolitik“

Der Beitrag „Wohnen jenseits von Markt und Staat – Genossenschaften als Anker transformativer Wohnungspolitik“  kritisiert die Engführung der aktuellen politischen Debatte und fordert eine Stärkung des Themas „Demokratisierung des Wohnens“. Erschienen ist der Text aus Anlass der Konferenz „Sicher Wohnen in Berlin“ – organisiert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Landtagsfraktion Die LINKE.

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Neuer Solidarfonds der Stiftung trias

Die Stiftung trias hat einen neuen Solidarfonds für Genossenschaften gegründet, aus dem Genossenschafteanteile finanziert werden können. Ziel ist des in Kooperation mit der Möckernkiez eG entwickelten Fonds ist, den Zugang zu Genossenschaften  zu erleichtern.

Dazu schreibt trias in einer Pressemitteilung: „Genossenschaftliches Wohnen basiert auf einem solidarischen Prinzip: Wer einzieht, zeichnet Genossenschaftsanteile und wird damit Teil des Projekts. Diese Einlagen sichern die Finanzierung und schaffen zugleich Mitbestimmung.

Die notwendigen finanziellen Einlagen, die eingebracht werden müssen, stehen manchmal im Gegensatz zur Finanzkraft der am Einzug interessierten Menschen. Menschen mit geringem Einkommen oder ohne Rücklagen bleiben so außen vor – selbst dann, wenn sie bestens in ein Wohnprojekt passen und dieses aktiv bereichern würden. Das bedeutet auch für die Projektgruppen eine Einschränkung. Der Wunsch nach Vielfalt stößt an finanzielle Grenzen.

An dieser Stelle setzt der neu gegründete Solidarfonds für genossenschaftliches Wohnen an. Entstanden aus dem praktischen Bedarf eines Projekts, bietet dieser Stiftungsfonds ein Modell, welches übertragbar ist und Zugänge schafft. Die Stiftung trias übernimmt dabei stelltvertretend für das neue Mitglied die Genossenschaftsanteile mit Mitteln aus dem Fonds. So wird der Einzug möglich, ohne das Finanzierungsmodell der Projekte zu gefährden. Gleichzeitig bleibt das Geld im Kreislauf: Die Anteile werden langfristig vom Fonds gehalten und können schrittweise von den Bewohner*innen übernommen werden. Beim Auszug fließen die Mittel zurück in den Fonds und stehen erneut zur Verfügung.

Das Ergebnis ist ein dauerhaft wirkendes solidarisches System. Es schafft Zugänge, wo vorher keine waren und das immer wieder neu. Das Modell ist bundesweit nutzbar und steht allen genossenschaftlichen Projekten offen. “
Flyer hier